Antoniter Quartier in Köln
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Wettbewerb 

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Städtebau
Ein zentraler quadratischer Stadtplatz – Antoniterplatz -, der die Idee des Kreuzganges aufnimmt und die orthogonale Struktur der Antoniterkirche als Zentrum des Glaubens fortschreibt, bildet die zusätzliche räumlich-geistige Mitte des neuen Antoniter-Quartiers. Er versammelt und ordnet alle Funktionen um dieses neue räumlich architektonische Zentrum, dass – abgesetzt von der Schildergasse – den Gedanken des spirituellen Ortes, der Ruhe und der Stille selbstverständlich abbildet. Ihm vorgelagert ist der Kirchplatz als kleinere Platzfläche zwischen Antoniterkirche und Antoniterquartier, die den Anschluss an die frequentierte Schildergasse bildet und als Übergangsbereich zwischen urbaner Geschäftigkeit und kontemplativer Konzentration und Gemeindearbeit fungiert. Um den Antoniterplatz herum legen sich schützend zwei-, vier- und sechsgeschossig die geforderten Volumina der Nutzflächen und beschirmen diesen neu gewonnen Stadtraum, als klar definierten, würdigen Mittelpunkt des Gemeindelebens außerhalb des Gottesdienstes.

Durch die Ausrichtung des Entwurfs am Orthogonal-System der Antoniterkirche – und damit an der Struktur des römischen Stadtgrundrisses – wird die Südfassade des Komplexes nach Norden geschwenkt. Im Übergangsbereich zur Cäcilienstraße wird an der Antoniterstrasse eine neue Platzqualität erreicht, die - überschattet von der großen Platane – auch den „rückwärtigen“ Stadtraum zu einer neuen Qualität aufwertet. Das zwischen Antoniterplatz und Platanenplatz befindliche Gemeindezentrum mit seinem Foyer und Veranstaltungsräumen öffnet sich zu beiden Seiten und wirkt als offen-einladende „Membran“ mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Kirchplatz, Antoniterplatz, Foyer und Versammlungsräume sowie Platanenplatz werden so zu einer wie selbstverständlich wirkenden Raumfolge verbunden, die das neue Citykirchenzentrum zu einem in die angrenzenden Stadträume ausstrahlenden Gesamtensemble von hohem urbanen Reiz werden lässt.

Die Baumassenverteilung folgt den Vorgaben der nachbarschaftlich angrenzenden Bebauung:
- im Osten bildet ein zweigeschossiger Baukörper den Raumabschluss des Hofes im Anschluss an die Geschäftsbebauung,
- im Westen nehmen vier Geschosse das Café und die fremdvermieteten Büronutzungen auf und wahren so den Maßstab und die räumliche Dominanz der Antoniterkirche,
im Süden beantwortet die sechsgeschossige Bebauung den Maßstab des Weltstadtkaufhauses von Peek & Cloppenburg sowie des Kaufhofparkhauses und gibt dem Platanenplatz seine nördliche Raumkante.

Funktion
Das neue „Café Stanton“ ist am Eingang des neuen Antoniter-Quartiers angeordnet und öffnet sich zweigeschossig zu Schildergasse, zum Kirchplatz und zum Antoniterplatz. Es wirkt so – gut sichtbar aus der Schildergasse – als lebendiger Attraktor und erlaubt durch seine Transparenz die Wahrnehmung des dahinter liegenden stillen Innenhofes. Eine großzügige Raumausbildung und die variabel zu gestaltende Außengastronomie macht das Café zum neuen Anziehungspunkt an der Einkaufsstraße, ohne die anderen Funktionen zu stören.

Am Eingang zum Antoniterplatz führt eine großzügige Treppe auf das Dach der östlichen Bebauung, die als Dachgarten attraktive Gastronomienutzung mit großartiger Blickbeziehung zum Kirchenschiff, Innenhof und zur Schildergasse bietet. An diesem Aufgang kann – gut sichtbar aus der Schildergasse – der kleine Glockenturm des Geläuts angebracht werden.

Im Süden des Antoniterplatzes öffnet sich zweigeschossig einladend das Foyer des Gemeinde-/Citykirchenzentrums, dessen Erdgeschoss zu einer einzigen großräumigen Veranstaltungsfläche mit Öffnung zum Platanenplatz zusammengeschaltet werden kann. Im Obergeschoss sind an einer Galerie die Besprechungs-/Gruppenräume angeordnet. Die Büros der Gemeindeverwaltung schließen sich im ersten Obergeschoss über den kommerziellen Nutzungen im Erdgeschoss an und sind über eine großzügige Wendeltreppe unmittelbar aus dem Foyer erreichbar.

Im zweiten und dritten Obergeschoss befinden sich im Westen vermietbare großzügige Büroflächen, die den Blick freigeben zum Weltstadtkaufhaus, der Antoniterkirche sowie zum Antoniterplatz. Im Süden sind mit Blick auf den Innenhof und den Platanenplatz die Wohnungen angeordnet. An der Antoniterstraße befinden sich dem Parkhaus gegenüber eine weitere als Laden-, Gastronomie- oder Büroflächen zu nutzende Räume. Im vierten und fünften Obergeschoss sind die Maisonettewohnungen mit Dachterrassen zum Antoniterplatz und einem Patio nach Süden angeordnet.

Aufgabe

Neubau eines Gemeindezentrums mit Flächen für Gastronomie, Wohnen, Einzelhandel und Dienstleistungen

Bauherr

Evangelische Gemeinde Köln

Standort

Köln

Bauvolumen

6.400 qm BGF

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